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Mittwoch, 27.11.2013, 19:30 Uhr - Soziale Netzwerke, ihre (versteckten) Funktionsweisen und wie man mit diesen umgehen kann


Wir laden zum Evoluzzer-Themenabend: Netzwerke sind omnipräsent. An einer Mitwirkung kommt man kaum noch vorbei, selbst wenn man um ihre neue Varianten (sog. social networks) einen Bogen zu machen sucht. Obwohl wir im Alltag damit vertraut scheinen, so entziehen sich diese Gebilde allzu leicht dem Anliegen, sie aufbauen, koordinieren oder gar gestalten zu wollen.

Um nun Besonderheiten und Vielgestaltigkeit einfangen zu können, ohne den Facettenreichtum sozialer Netzwerke aufs Spiel zu setzen, werden im ersten Teil des Vortrages drei Fallbeispiele vorgestellt und diskutiert: 

  1. Regionales Vernetzungskonzept von KMU (Kleine und mittlere Unternehmen)
  2. ein Vermittlungsnetzwerk im Bereich Schule und Jugendarbeit und auch
  3. negative‘ Varianten in Form von Gewalt- bzw. Terrornetzwerken.

Diese Beispiele ermöglichen einen Einblick in die besondere Funktionsweise sozialer Netzwerke, die anhand des Zusammenspiels von Erreichbarkeit und Zugänglichkeit verdeutlicht wird.

Auf dieser Basis können dann nicht nur die Vorteile, sondern auch die Nachteile sozialer Vernetzungsvorgänge in Augenschein genommen werden, denn bei aller Begeisterung attestieren wir Netzwerken zum einen erhebliche Schwierigkeiten, Leistungen zu koordinieren, Ressourcen für bestimmte Zwecke zu bündeln und, ab einer bestimmten Größe, die Komplexität einer Aufgabe zu bewältigen. Zum anderen sorgen illegale, kriminelle und terroristische Aktivitäten für ein gesellschaftliches Unbehagen, das durch bisher gewählte Reaktionsweisen eher noch verschärft wird.

Im zweiten Teil richtet sich die Aufmerksamkeit dann auf Fragen, die mit der Bildung, der Ausgestaltung und der Steuerung von Netzwerken in Zusammenhang stehen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Akteure mit einem gesteigerten Maß an Komplexität konfrontiert werden. Das liegt u.a. daran, dass in den turbulenten und dynamischen Abläufen viele Probleme anfallen und einige, die für den Zusammenhalt von entscheidender Bedeutung sind, nicht abgearbeitet oder gar gelöst werden können. Diese Aspekte finden sich eigentlich in allen anderen zwischenmenschlichen Bereichen auch. Nur im Netzwerkkontext sind diese und andere Problemlagen sowie die hiermit verbundenen Auswirkungen noch gravierender. Warum dies so ist, das wird darzulegen sein.

Der Themenabend mit dem Referenten Dr. Jens Aderhold, Institut für Sozialinnovation Berlin, findet am Mittwoch, den 27.11.2013, 19:30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr), im Alten Wettbüro, Antonstraße 8, 01097 Dresden, statt.

Zum Auftakt des Abends werden Felix und Jan von Sichtbetong einen Einblick in das Netzwerk um Sichtbetong geben und dabei unter anderem einen kurzen Teaser Film des diesjährigen Kunst Camps zeigen.

Mehr den je ist Kunst heute ein Mittel der Beteiligung und Identifikation – und ein Stadtwandler. Das Sichtbetong Camp 2013 bestand dabei nicht allein aus Kunstwerken, temporären Bauten und Zelten. Über Social Medias, in Workshops, Spaziergängen, Diskussionen, Vorträgen oder beim gemeinsamen Essen wurden Menschen am Ort in Bezug gebracht. So wurde das Camp Anfang September mit leben gefüllt, wurde aufgebaut und unterhalten, war Anlass sich zu Treffen und Auszutauschen, zu produzieren und zu konstruieren. Ausgehend von einer festen Kerngruppe, ist Sichtbetong eingebettet in ein soziales Netz aus Kollaborateuren & Partnern, Bekannten & Unbekannten, lokalen und externen Künstlern, Experten, Kulturproduzenten und einer regen nachbarschaftlichen Beteiligung. In einem Teaser-Film blicken wir kurz zurück und geben einen Ausblick auf das, was da noch kommen könnte...

Beim Themenabend gibt es genügend Raum für Fragen und Diskussion. Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein. Getränke und eine Kleinigkeit zum Essen können im Alten Wettbüro erworben werden.

Der Abend ist für alle Interessierte offen und - wie immer - kostenfrei.

euer Evoluzzer-Team!



Dr. Jens Aderhold, arbeitet aktuell im Institut für Sozialinnovation Berlin. 2008 bis 2012 Projektleiter im Teilprojekt „Lokale politisch-administrative Eliten. Lebensverläufe zwischen Ungewissheit, Professionalisierung und Legitimation“ des SFB 580. Aktuelle Projekte: „Nachhaltiger Konsum durch soziale Innovation“ und „Förderliche Governance-Formen im gesellschaftlichen, Transformationsprozess“. Forschungsschwerpunkte: Innovations-, Transformations- und Nachhaltigkeitsforschung, Theorie gesellschaftlicher Eliten, Netzwerkbildung und -management, Vertrauens- und Demokratieforschung sowie Organisationsentwicklung.

Publikationen (Auswahl):

  • Form und Funktion sozialer Netzwerke in Wirtschaft und Gesellschaft. Beziehungsgeflechte als Vermittler zwischen Erreichbarkeit und Zugänglichkeit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2004.
  • Modernes Netzwerkmanagement: Anforderungen – Methoden – Anwendungsfelder. Wiesbaden: Gabler. (gem. Hrsg. mit M. Meyer und R. Wetzel), 2005.
  • Indikatoren des Neuen. Innovation als Sozialmethodologie oder Sozialtechnologie? (Hrsg.). Wiesbaden: VS Verlag. (gem. mit I. Bormann und R. John), 2012.
  • Die subjektive Seite der Stadt – Neue gesellschaftliche Herausforderungen und die Bedeutung von Eliten im lokalen Bereich. (Hrsg.). Wiesbaden: VS Verlag (gem. herausgegeben mit Katrin Harm), 2013.

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